Was tun bei chronischen, nicht-allergischen Nasenproblemen

Prof. Dr. Andreas P. Riederer


Veröffentlicht im Magazin „München Süd“

Als PDF öffnen

In der kalten Jahreszeit leiden viele Menschen vermehrt unter Problemen mit der Nase. Typische Beschwerden sind eine verstopfte Nase, Nasenlaufen, Druck im Mittel gesicht und Geruchstörungen. Die akute Entzündung wird meist durch Viren hervorgerufen. Die An wendung von abschwellenden Nasensprays (kurzzeitig), Inhalationen und pflanzlichen Schleimlösern lindert den Krankheitsverlauf. Liegt eine bakterielle Entzündung mit Eiter bildung vor, ist eine Antibiotikabehandlung angezeigt. Bestehen die Beschwerden län ger als drei Monate, spricht man von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (10 Prozent der Bevölkerung).

Die Nasenhaupthöhlen werden vom HNO-Arzt mit einem Endoskop untersucht. Er kann dabei Eiter straßen, Schleimhautschwellungen und Fehlbildungen (Nasenscheidewandverkrümmungen) identifizieren. Mit der heutigen vielschichtigen NasennebenhöhlenComputertomographie (deutlich geringere Strahlenbelastung und größere Genauigkeit) werden krankhafte Verände rungen optimal dargestellt. Bei geringen chronischen Be schwerden findet anfänglich eine lokale Behandlung mit Salzwasser-Nasenspülungen und Cortison-Sprays statt. Erst wenn diese Therapie nicht hilft, wird eine chirurgische Lösung in Betracht gezogen. Die heutige Nasennebenhöhlenchirurgie hat sich zur „minimal traumati schen Chirurgie“ entwickelt. Die endoskopische Darstel lung des Operationsgebiets ist Goldstandard. Durch Anbringen von hochauflösenden digitalen Kameras an den Endoskopen wird das Operationsfeld über einen Bildschirm deutlich besser dargestellt. Damit können anatomische Engstellen und entzündliche Veränderungen genauer ent fernt und das gesunde Gewebe geschont werden. Optische oder elektromagnetische Navigationsgeräte ermöglichen durch die millimetergenaue Ortung der Nebenhöhlen strukturen eine zusätzliche Operations risikominderung. Zudem sind die neuen Operationsinstrumente schonender geworden. Schmerzen nach der Operation halten sich in Grenzen. Durch die endoskopisch-minimalinvasiven OP Techniken blutet es weniger, so dass in vielen Fällen ganz auf Tamponaden verzichtet wird. Um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vorzubeugen, sollte demnach jede länger andauernde akute Entzündung ad- äquat abgeklärt und behandelt werden.