Gerüche wecken Emotionen und Erinnerungen


In der heutigen Zeit nimmt der „gute Geruch“ einen hohen sozialen Stellenwert ein. Dies wird durch den stetig steigenden Umsatz und das immer größere Ange bot der Parfumindustrie belegt. Es darf aber nicht in Ver gessenheit geraten, dass unser Geruchssinn zum Wahrnehmen von Gefahren wie Rauch und verdorbene Speisen wichtig ist. Gerüche werden im Unterbewusst sein mit angenehmen und unangenehmen Ereignissen verbunden. Auch beim Schmecken spielt der Ge ruchssinn eine wichtige Rolle. Bei letzterem werden Geruchsmoleküle (Odorante) statt von vorne über die Nasenlöcher, von hinten über den Rachen in die Nase gewirbelt. Schon geringste Mengen genügen, um an einige der circa 350 verschiedenen Rezeptoren der Ge ruchsnervenzellen anzudocken und diese zu aktivieren. Von der Riechschleimhaut, die etwa 5 cm² groß ist und beiderseits im oberen Nasenbereich liegt, übermitteln die circa 20 Millionen Geruchsnerven Signale über den er sten Hirnnerv an das Gehirn. Es können bis zu 10.000 Gerüche unterschieden werden.

Die Geruchszellen erneuern sich regelmäßig. Geht im Alter die Regenerationsfähigkeit im Nervensystem verlo ren, so wird dies zuerst in der verminderten Geruchs wahrnehmung evident. Es wurde festgestellt, dass ältere Leute, die besser riechen, eine signifikant höhere Le benserwartung haben.

Etwa 5 Prozent der Deutschen leiden an Riechstörun gen. Sie nehmen im Alter zu. Ab dem 50. Lebensjahr haben 25 Prozent der Menschen ein schlechteres Riech vermögen. Dadurch wird die Lebensqualität beeinträch tigt. Typische Störungen des Geruchssinns sind der totale Verlust, eine Riechminderung oder ein veränder tes bzw. falsches Wahrnehmen von Gerüchen. Die häu figsten Ursachen hierfür sind akute oder chronische Entzündungen der Nasen- und Nasennebenhöhlen schleimhaut (z. B. Polypen), Nasenscheidewandver krümmungen und selten Schädelverletzungen. Bei de generativen Nervenerkrankungen wie dem idiopathi schen Parkinson-Syndrom oder der Alzheimer-Demenz ist eine Geruchseinschränkung zumeist schon in sehr frühen Krankheitsstadien zu beobachten.

Der Geruchssinn wird in der Hals-Nasen-Ohren-Praxis mit Geruchsstiften geprüft. Wichtig sind zudem die Un tersuchungen der Nase mit dem Endoskop und mit bild gebenden Verfahren (Computer- oder Magnetresonanz tomographie). Altersbedingte und angeborene Riech störungen können therapeutisch kaum beeinflusst wer den. Beim Trauma beobachtet man in bis zu 30 Prozent der Fälle eine Spontanheilung. Infektionsbedingte Stö- rungen heilen in etwa 60 Prozent der Fälle über längere Zeit spontan oder durch eine konservative Behandlung mit Cortison sowie einem Riechtraining ab. Bei Verlegung der Riechschleimhaut durch Polypen oder eine Nasen scheidewandverkrümmung muss auch eine chirurgische Behandlung empfohlen werden.

Wer nicht mehr richtig riechen kann, sollte einen HNO Arzt aufsuchen. Dieser kann in den meisten Fällen durch eine Ursachenabklärung und eine adäquate Behandlung helfen, die Lebensqualität wieder zu verbessern. Das Essen schmeckt dann wieder und angenehme Düfte können wieder wahrgenommen werden.

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Ihr Praxis Team von Prof. Riederer

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