Was macht man bei zu großen Mandeln?


Die Gaumenmandeln liegen hinter den Zahnreihen seitlich in den Logen (ML), die von zwei Schleimhautbögen gebildet werden. Sie dienen dem Immunsystem unter anderem zum Erkennen von Krankheitserregern (z. B. Bakterien, Viren, Pilze). Im Kindesalter sind die Mandeln wegen ihrer starken Aktivität oft vergrößert. Dies trifft auch für die nicht sichtbaren Rachenmandeln (fälschlicherweise Polypen genannt) zu. Deren Vergrößerung führt durch die Verlegung der hinteren Nasenlöcher zu einer vermehrten Mundatmung, welche die Gaumenmandeln noch mehr belastet und diese weiter zum Schwellen bringt. Dies kann zu sogenannten „Kissing Tonsils“ (Mandeln, die sich in der Mitte berühren – siehe Graphik) führen und sogar das Zäpfchen verlegen (Z). Die dadurch hervorgerufenen Atembeschwerden verschlimmern sich im Liegen, und nachts kann es sogar zum Abfallen des Blutsauerstoffs kommen. Dieses Krankheitsbild wird obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) genannt. Die Kinder leiden neben einem sehr schlechten Schlaf konsekutiv an einer Tagesmüdigkeit, an einem hyperaktiven sowie aggressiven Verhalten, an Konzentrationsschwäche und Schluckstörungen.

Mittel der Wahl bei einer Gaumenmandelhyperplasie (GMH) ist heutzutage die Verkleinerung (Tonsillotomie) und nicht wie früher die Entfernung (Tonsillektomie). Die Kinder sind schon direkt nach der Operation wie ausgewechselt. Hauptvorteil der Teilentfernung der Mandeln (dunkelroter Bogen) im Vergleich zur Verkleinerung mit der Schlinge oder zur Tonsillektomie ist das schonendere Vorgehen. Aus diesem Grund treten nur sehr selten Nachblutungen auf. Wegen der geringeren Schmerzen ist die Nahrungsaufnahme nach der Operation kaum gestört. Die ersten Mandelverkleinerungen mit dem Laser wurden vor 25 Jahren durchgeführt. Heute wird die Radiofrequenzbehandlung – primär aus Kostengründen – der CO2-Laserverkleinerung vorgezogen. Wenn sehr häufig eitrige Mandelentzündungen vorliegen, sollten die Mandeln ganz entfernt werden.



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